Leitbild und Ziele

Der Bau der FBQ ist eines der zentralen europäischen Verkehrsprojekte und trägt zum Ausbau des Transeuropäischen Verkehrsnetzes bei. Wie vorangegangenen Analysen gezeigt haben, wird die FBQ die Entwicklungsmöglichkeiten der Region besonders im Bereich der Hauptentwicklungs-/Landesentwicklungsachse A1 nachhaltig beeinflussen und hier neue Perspektiven eröffnen. Vor diesem Hintergrund wurden – aufbauend auf den Analyseergebnissen und den (regionalen) Diskussions- und Abstimmungsprozessen – Handlungsfelder und Projektansätze entwickelt. Mit Bezug zu den skizzierten Handlungsfeldern wurde in der ersten Bearbeitungsphase des REK ein übergeordnetes Leitbild mit vier Botschaften entwickelt:

Um die Chancen, die sich aus der FBQ ergeben, auch nutzen zu können, muss eine Aufbruchsstimmung in der Region erzeugt werden. Hierzu bedarf es vor allem einer verstärkten regionalen und grenzübergreifenden Kooperation zwischen den Akteuren, sowie der Weiterentwicklung und Stärkung der Hauptverkehrs- und Landesentwicklungsachse A1 („Fehmarnbeltachse“). Die mit der FBQ verbundenen Risiken müssen minimiert werden. Auch hier trägt – neben konkreten Projektmaßnahmen – eine intensivierte regionale, überregionale und grenzübergreifende Zusammenarbeit zur „Zielerreichung“ wesentlich bei. Es ergeben sich vier einzelne Themenfelder: Tourismus, Wirtschaft und Gewerbeflächen, Verkehr sowie Kooperation und Begegnung. Zusammenfassend ergeben sich aus dem Leitbild für die einzelnen Themenfelder des REK die folgenden Entwicklungsziele:

Tourismus

Tourismus:

  • Nutzung der besseren Erreichbarkeit und Gewinnung zusätzlicher Gäste insb. aus Skandinavien (Tagesausflügler, Städte- & Kurzurlauber, Ferienurlauber)
  • Nutzung des Transitverkehrs für den Kurz- oder Stop-Over-Tourismus
  • Nutzung der FBQ als Impulsgeber für eine neue Dynamik im Tourismus (neue touristische Angebote und Attraktionen, Qualitätsverbesserungen)
  • Nutzung von Kooperationsmöglichkeiten (regional, grenzüberschreitend) insb. bei der touristischen Vermarktung
  • Nachhaltige Stärkung der touristischen Angebots- und Wettbewerbsposition der Region 

Wirtschaft- und Gewerbeflächen

Wirtschaft und Gewerbeflächen:

  • Schaffung eines differenzierten und zielgruppenspezifischen Gewerbeflächenangebotes
  • Entwicklung von herausragenden Gewerbestandorten z.B. an der Landesentwicklungsachse A1 für die überregionale und internationale Vermarktung (Unternehmensansiedlung)
  • Ausbau und Fortentwicklung der horizontalen und vertikalen Wertschöpfungsketten unter besonderer Berücksichtigung technologieorientierter Ansätze
  • Vernetzung und Fortentwicklung der regionalen und großräumlichen Cluster
  • Ausweitung und Verbesserung der wirtschaftlichen Außenverflechtungen
  • Nutzung der verbesserten Position im Standortwettbewerb
  • Zusammenwachsen und Schaffen eines gemeinsamen leistungsstarken Wirtschaftsraumes
  • Frühzeitige Information und Vorbereitung von Unternehmen
  • Hohe Partizipation von lokalen und regionalen Unternehmen am Bau der festen Querung
  • Sinnvolle und nachhaltige Nutzung der Häfen (spez. Puttgarden)
  • Schaffung eines grenzübergreifenden / integrierten Arbeitsmarktes

Verkehr

Verkehr:

  • Vermeidung einer reinen Transitstrecke
  • Ausbau leistungsfähiger Hinterlandanbindungen und Verhinderung von Ausweichstrecken (beispielsweise durch Ausbau der Ausweichstrecken)
  • Minimierung der Auswirkungen auf die Häfen
  • Vermeidung konfliktträchtiger Trassenverläufe
  • Sicherstellen einer weiterhin guten Erreichbarkeit der touristischen Orte durch entsprechende Fern- und Regionalhaltestellen sowie Autobahnausfahrten auf Fehmarn

Kooperation und Begegnung

Kooperation und Begegnung:

  • Weiterführung der Lenkungsgruppe zur begleitenden Umsetzung des REKs (Managementaufgaben)
  • Stärkere regionale und grenzübergreifende Zusammenarbeit
  • Grenzübergreifende und regionale Kooperation von Bildungseinrichtungen, gemeinsame Studiengänge
  • Forcierung der Fremdsprachenausbildung