Kurzfassung und Übersicht

Ausgangspunkt des jetzt vorliegenden Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) war die Frage, wie die Chancen des Baues der festen Fehmarnbelt-Querung (FBQ) für die Region zwischen Fehmarn und Hamburg optimal genutzt und wie die möglichen Risiken minimiert werden können. 

Die Themenfelder des REK sind:

  • Tourismus
  • Wirtschaft und Gewerbeflächen
  • Verkehr
  • Kooperation und Begegnung

Die Tourismusanalyse konzentriert sich hierbei auf die Betriebsphase der FBQ. Die Auswirkungen der Bautätigkeit auf die Umwelt und den Tourismus werden in gesonderten Analysen (Umweltverträglichkeitsgutachten) analysiert. Auch das Thema Verkehr und die Betroffenheit des Tourismus durch den Ausbau der Hinterlandinfrastruktur werden in gesonderten Gutachten nochmals vertiefend behandelt. Das Thema Verkehr wurde im Rahmen des REK daher eher als übergreifendes „Querschnittsthema“ behandelt.

Eine Kurzfassung des REK mit einer Zusammenfassung wesentlicher Analyseergebnisse und Empfehlungen sowie den kompletten Endbericht finden Sie unter Downloads

„Es ist anzunehmen, dass sich die wesentlichen Effekte der festen Querung verstärkt im Korridor der Fehmarnbeltachse A1 zeigen werden. Die dortige Entwicklung muss deshalb im Vordergrund der Bemühungen der Akteure der Region stehen.

Für die standortbezogenen Handlungsfelder (vorrangig Wirkungsbereiche „Tourismus“ sowie „Wirtschaft und Gewerbeflächen“) sollte beachtet werden, dass aufgrund der Nutzung lokaler Marktkenntnis und zur Unterstützung der regionalen Wirtschaft eine Umsetzung bevorzugt mit lokalen Partnern sinnvoll ist. Im Sinne einer effizienten Flächennutzung und der Sicherung der Nachfrage (und Auslastung) ist eine Projektumsetzung aufbauend auf vorhandenen Nutzungen oder geeigneten Planungen (z.B. Erweiterungen) zu präferieren. Auch aufgrund eines sparsamen Umgangs mit Flächen, der Vermeidung von Zersiedelung und aufgrund von betrieblichen Kosten- und Nachfragesynergien ist eine Bündelung und Verknüpfung von Projekten untereinander bzw. mit Bestandsnutzungen anzustreben. Eine solche „Projektbündelung“ bietet sich dabei insbesondere am „Kopf der FBQ“ an (z.B. Welcome Center, Wohnmobilstellplätze, Forschungszentrum).

Eine regelmäßige Aktualisierung bzw. Zusammenstellung sämtlicher Aktivitäten zur FBQ und eine entsprechende Informationsstreuung in der Region sind aus Gutachtersicht unabdingbar. Dadurch können Doppelarbeiten vermieden und die bestehenden Kapazitäten effektiver genutzt werden. Dieser notwendige und konstante Informationsaustausch gilt sinngemäß auch für die vielfältigen und parallel zum REK laufenden Untersuchungen.

Bei der Umsetzung der Handlungsfelder und entsprechenden Projektkonkretisierungen sind außerdem die Querschnittsziele „Gleichstellung“, „Nachhaltige Entwicklung“ und „Schutz der Umwelt“ unbedingt mit einzubeziehen und zu beachten. Nur so können die entsprechenden Potenziale der Region erhalten und ausgebaut sowie die notwendige Akzeptanz in der Region gesichert werden.“

„Die aufgezeigten Handlungsfelder bedürfen hinsichtlich ihrer weiteren Konkretisierung und Umsetzung einer nachhaltigen „Aufbruchsstimmung“. Dies setzt bei allen Verantwortlichen auf den unterschiedlichen Aktions- und Regionalebenen die Kenntnis und das Bewusstsein um die möglichen Chancen durch die FBQ voraus. Die vorliegenden Ergebnisse des REK sollen hierzu beitragen. Auch die Risiken, die mit der FBQ verbunden sind, lassen sich gemeinsam und im Konsens besser lösen. Die verstärkte Zusammenarbeit muss sich nicht an administrativen Grenzen orientieren, sondern kann flexibel und projektbezogen erfolgen. Ziel sollte es sein, die mit der Erarbeitung des REK eingeleitete Kommunikation und Zusammenarbeit der Akteure der verschiedenen Kreise und Institutionen – unter Berücksichtigung bestehender Kooperationen und Verflechtungen – fortzuführen.

Im Rahmen des REK wurden wichtige Handlungsfelder erarbeitet, die sich z.T. auf dezidierte Grundlagenanalysen stützen. Dennoch wurde deutlich, dass nicht alle relevanten Aspekte im Zusammenhang mit der FBQ zum aktuellen Zeitpunkt im Detail behandelt werden konnten.
Das REK ist somit als Impuls und „Startschuss“ für einen weitergehenden Prozess zu interpretieren. In Rahmen des Prozesses – der sich im Übrigen auch aus den unterschiedlichen Phasen der FBQ (Vorbereitungsphase, Bauphase, Betriebsphase) begründen lässt – müssen die Handlungsfelder weiter konkretisiert und fortentwickelt werden. Unter Umständen rücken im Zeitverlauf auch neue Handlungsfelder in den Fokus. Relativ zeitnah müssen sich die Verantwortlichen in der Region entlang der Fehmarnbeltachse auch hinsichtlich der Prioritäten und Zuständigkeiten bei der Projektumsetzung verständigen. Die Erfahrung bei vergleichbar bedeutenden und komplexen Vorhaben zeigt zudem, dass die Fortentwicklung von Handlungsfeldern und die Umsetzung von Projekten durch die Schaffung einer „Koordinationsstelle“ und den Einsatz eines „Kümmerers“ wesentlich befördert werden. “